Münchner Sicherheitskonferenz 2019

Text: Flo Szczepanek - Fotos: Tom Ziegler

Jedes Jahr im Februar haben alle Luftfahrt-Enthusiasten, die sich vor allem für Regierungs- und VIP Maschinen interessieren, nur ein Ziel: München. Hauptgrund ist die jährlich stattfindende Sicherheits-Konferenz, die im Stadtzentrum abgehalten wird und Regierungschefs aus der ganzen Welt zusammenbringt.

Die Konferenz kann ihre Geschichte bis ins Jahr 1963 zurückverfolgen und hat als Ziel neue militärische Konflikte zu vermeiden. Die Veranstaltung basiert auf verschiedenen Foren und Reden zu aktuellen Themen und bringt die zahlreichen Gesandten aus vielen verschiedenen Ländern zusammen. Der große Unterscheid des Events im Vergleich zu anderen vergleichbaren Treffen liegt darin, dass die Sicherheitskonferenz eine privat organisierte Konferenz ist. Dieser wichtige Unterschied erlaubt Vertreter aus Ländern oder Organisationen an einen Tisch zu bringen, die in direktem Konflikt stehen und stellt den Rahmen bereit zu diskutieren und sich bilateral oder in größeren Gruppen auszutauschen – entweder öffentlich oder insbesondere auch hinter verschlossenen Türen. Insbesondere die letzte Option – sich außerhalb des offiziellen diplomatischen Parketts und nicht im direkten öffentlichen Blickfeld austauschen zu können – wird von viele Staatsvertretern sehr hoch geschätzt.

Da die Konferenz in einem großen Hotel in der Innenstadt Münchens stattfindet werden die Teilnehmer, stark geschützt von Polizei und Sicherheitskräften, mit Limousinen und Shuttles vom Flughafen dorthin gebracht. Aber zuerst kommen die Teilnehmer am Flughafen an – was es allen Enthusiasten ermöglicht die Regierungs- und VIP-Maschinen zu fotografieren.

Für die 55te Ausgabe der Münchner Sicherheits-Konferenz 2019 war die Teilnehmerliste sehr exklusiv. Da diese Webseite nicht die internationale Politik und seine Akteure als Thema hat, fokussiert sich dieser Artikel ab hier auf die Flugzeuge. Aus Deutschland waren zwei Global 5000 im Einsatz um verschiedene hochrangige Regierungsangehörige zu transportieren. Daneben waren auch noch etliche andere europäische Staaten vertreten. Aus Großbritannien trafen zwei BAe 146 Maschinen ein, wovon eine in vollen britischen Farben lackiert war. Die Regierung der Slowakei besitzt seit etwas mehr als zwei Jahren eine Fokker 100, die eine Tu-154 ersetzt hat (die wiederum ein Highlight gewesen wäre).

Schweden, wie viele andere, besitzt keine große Regierungsmaschine und vertraut einzig und allein auf Business Jets (in Form eines Learjet 35). Weitere Biz-Jets trafen aus Montenegro (Learjet 45), Mazedonien (Learjet 60), Serbien (Embraer 135 Legacy), Griechenland (ebenfalls ein Embraer 135 Legacy und eine Gulfstream V), Polen, Türkei, Oman (alle drei mit Gulfstream 550), Saudi-Arabien (Gulfstream IV), Kroatien (Challenger 604), Bulgarien (Flacon 2000) und der Tschechischen Republik (Yak-40) ein. Aus den Niederlanden landeten sowohl ein Business Jet (Gulfstream IV) als auch ein BBJ. Selten in Europa anzutreffen ist die Falcon 900 aus dem Iran – als Flugzeug Typ kein Highlight – aber aufgrund der Lackierung und Registrierung.

Ein Großteil der Aufmerksamkeit aller Enthusiasten lag natürlich auf den großen Maschinen. In Bezug auf die Anzahl dominierten zwei Länder die Abstellflächen: Qatar und die Vereinigten Staaten. Qatar stellte zwei Boeing B747-8, einen A340-300, einen A320 sowie einen A319. Neben der großen Anzahl waren lediglich einer der beiden B747-8 sowie einer der A319 in vollen Qatar Airways Farben lackiert, die jeweils anderen Maschinen aber als Business Jet. Aus den Vereinigten Staaten kam eine E-4B (eine umgebaute B747-200 – siehe hierzu auch den Jumbo-Artikel auf unserer Webseite), eine C-32 (basierend auf einer B757-200) und nicht eine, zwei oder drei sondern fünf (!) C-40 Clipper (umgebaute B737-700). Auch hier zeigten die C-40 unterschiedliche Lackierungen – drei in den blauen und weißen Farben der US Regierung wie die C-32 – wohingegen die beiden anderen eher unauffällig gestaltet waren. Weitere Unterstützung für die Vereinigten Staaten erfolgte durch zwei Biz-Jets (eine Cessna Citation der US Army und eine Gulfstream V der US Air Force) sowie etlichen Flügen mit C-17 Globemaster III verschiedener Staffeln.

Des Weiteren waren einige Länder mit einer großen Regierungsmaschine anwesend. Möglicherweise das größte Highlight war die A340-200 aus Ägypten, die in perfekten Lichtbedingungen landete und abflog. Russland war mit der klassischen Il-96 vertreten, die auf den Parkflächen an der südlichen Landebahn neben den zahlreichen Maschinen aus Qatar und den Vereinigten Staaten abgestellt war. Die Ukraine und Kasachstan besitzen Airbus Regierungsflugzeuge, in Form eines A319 sowie eines A320. Georgien dagegen nutzt eine Challenger 850, was eine Zwischengröße zwischen Business Jet und Airliner darstellt. Nicht vergessen werden sollte Libyen, dessen Vertreter einen A319 der Airline Afriqiyah nutzten. Schließlich sei noch auf Bangladesch verwiesen. Die Regierung dieses Landes wählte einen völlig anderen Ansatz indem sie einen regulären Linienflug der staatseigenen Biman Bangladesch von Dhaka nach London in München zwischenlanden ließ.

Abschließend sei noch auf das wichtigste Element des gesamten Wochenendes hingewiesen – das hervorragende sonnige Wetter mit blauem Himmel während dieser vier Tage im Februar – ein großer Gegensatz zum vorherigen Jahr in dem alle Fotografen mit sehr kalten Temperaturen, starken Winden und häufigem Schneefall zu kämpfen hatten …