Madrid ist nicht in Südkorea

Frei nach dem Motto: Seoul oder Madrid, Hauptsache Italien! Oder auch: ein echter Bayer und zwei Bayern mit Migrationshintergrund (Rheinland und Ruhrpott) auf Tour.

Der Gedanke im April eine kurze Spottertour zu planen kam während einer Fotosession in MUC. Eigentlich sollte es ein Trip innerhalb Europas werden da nur 4 Tage (inklusive An- und Abreise) hierfür angesetzt worden sind. Eigentlich heisst aber auch, mal zu spinnen und so wurde natürlich im Vorfeld die Langstreckenoption ebenfalls angedacht. Seoul bzw. Peking stand (und steht noch immer) auf der Wunschliste. Auch wenn 2,5 Tage netto Vorort etwas kurz erscheinen, klappt alles ist das ne coole Aktion. Gegen Mitte April wurden ersten Flugverbindungen gecheckt ob standby fliegen überhaupt möglich ist.

Sowohl ICN als auch PEK sahen zu diesem Zeitpunkt noch gut aus. 2 Tage vor geplantem Abflug am 25.4. kam der Wettercheck hinzu und die Aussichten waren vielversprechend. Trotzdem konnten wir uns noch immer nicht so richtig auf ein Ziel festlegen. Manchmal sind die Möglichkeiten jederzeit überall hinfliegen zu können (natürlich nur wenn Platz ist) auch kontraproduktiv. Aber der Bayer im Team hat dann am Vortag ICN als Ziel festgelegt. Entscheidung quasi gefallen, Tickets besorgt und auf Seoul eingestellt. Leider war das doch überraschende Buchungsverhalten der Südkoreaner (oder die die ex ICN nach MUC wollten) doch nicht ganz optimal für unsere Planung. Naja wird schon gehen. Buchungszahlen kann man auch nochmal am Abflugtag checken. Kann, sollte man manchmal aber besser nicht machen. 4 Stunden vor dem geplanten Abflug nach Seoul war die Situation so schlecht, dass ein Mitkommen ex Seoul äußerst fragwürdig war. Also schweren Herzens Seoul gestrichen und Tickets für den Abendflug nach MAD besorgt. Hauptsache Italien. Abflug um 19:10 Uhr, so konnte man zumindest in MUC noch den bunten Ägypter machen. Kleines Trostpflaster.

Nachdem wir kurzfristig noch ein Hotel und den Mietwagen gebucht haben ging es auch schon los. Madrid war die einzige wirkliche Option für uns da Wetter und Buchungslage noch passten.

 

Es ging schon gut los: warmes Abendessen im Flieger

Leicht übermüdet in Madrid angekommen musste der eine Migrationsteil noch auf das Gepäck warten und der andere Teil ging schon mal den Mietwagen holen. Es gibt sicherlich einfacherer Möglichkeiten die örtliche Polizeistation zu besichtigen, man kann allerdings auch seine Fotoausrüstung vor dem Mitwagenschalter auf dem Gepäcktrolley legen und Wetten abschließen wie lange es dauert bis sie weg ist....  Einfach kann jeder, also haben wir den zweiten Weg gewählt, unfassbar aber wahr: Kaum in Madrid gelandet, schon war die erste Ausrüstung in der Hand eines neuen stolzen Besitzers. Die Stimmung war danach hervorragend und wir brauchten zur Frustbewältigung erstmal ein kühles Blondes in der Hotelbar.

 

Gegen den Frust, ähm Durst

Nach gefühlten 5 Minuten Schlaf ging der eine Teil zur Polizeistation und zu Lost and Found am Flughafen, während die anderen Beiden sich mit dem Autobahnsystem in Madrid auseinander gesetzt haben. Wir haben uns wirklich die Frage gestellt, ob die lokalen Verkehrsplaner nicht doch zu viel Insektenspray eingeatmet haben. Ohne Navi geht jedenfalls gar nichts. Allerdings geht nicht jedes Navi, das Highend Produkt aus dem Hause eines großen Früchteherstellers hat ob des Straßensystems in Madrid ebenfalls die weiße Flagge gehisst. Am Ende haben wir dann aber Dank Google Maps und kostenlosem EU-Roaming doch die erste brauchbare Position im Anflug der 32L am Carrefour gefunden. Zum Mittag schnell einen Fotoladen in Madrid gesucht, eine Ersatzausrüstung besorgt und der Trip konnte für alle beginnen. Flexibel muss man sein.

Die einzelnen Stellen sind teilweise sicherlich bekannt und im Spotterguide gut erklärt. Andere Stellen, z.B. Morgenstelle Anflug 18R und L nicht. Da der Wind aus Süd kam mussten wir also am nächsten Morgen wiedermal suchen. Auch hier gilt, einfach kann jeder. Wir haben uns entschieden erstmal einen ausgiebigen frühmorgendlichen Spaziergang durch die Flora am Flughafen zu machen. Ist schön bei Topwetter und Morgensonne..Arggg.

 

Durch diese hohle Gasse muss er kommen - irgendwo muss der Airport doch sein...

 

immer noch nix zu sehen.... also wieder zurück zum Auto und anderweitig suchen

Aber aufgeben gilt nicht und dann haben wir sie doch noch gefunden. Wäre eigentlich ganz einfach gewesen. Eigentlich.

 

Geschafft!

 

Nicht bei Spotterguide.net zu finden: Anflugposition für die 18L am Morgen. Brennweiten: 789 ca. 250mm, 738 ca. 360mm (mit Crop) - siehe Bild darüber

 

Das Hauptziel an diesem Tag war die Cubana IL96 aus Havanna und da jetzt doch wieder beide Bahnen zur Landung genutzt wurden, mussten wir wieder suchen um auf die 18R zu klicken. Hierbei konnte wir sehr gut die Geländetauglichkeit unseres deutschen Wertprodukts (VW Polo) testen. Er hat es überstanden und wir die Position gefunden. Was die Bahnnutzung in Madrid betrifft so war es bei uns relativ einfach. Im Inboundpeak werden beide Bahnen genutzt und der Verkehr aus Westen geht auf die 18R, der aus Osten auf die 18L. Offpeak war die 18R zu. So vergingen die Stunden nicht immer wie im Flug aber gespickt mit einigen madridtypischen Highlights.

 

Fotopositionen für den Morgen: links Anflug 18R (Beispiel siehe Estelar 343 unten), rechts Anflug 18L. Die Zufahrt erfolgt über schmale Sträßchen und Schotterwege, Ausgangspunkt ist das Einkaufszentrum MegaPark Madrid

 

Am Nachmittag sollte die Ilse noch mal beim Outbound erlegt werden, was Dank Verspätung auch mit recht gutem Licht klappte. Argentinas 343 hatten wir im Inbound erlegt, somit war für den Nachmittag eigentlich nix mehr angesagt. Also nach etwas hin und her auf zum Hotel, frisch machen und mal richtig ordentlich Essen gehen. Bei der Abfahrt aus dem Hotel dann wieder Zweifel: sollte man das tolle Licht nicht doch lieber für Flieger nutzen? Schließlich geht der Argentinier um 8 wieder raus.... Also doch noch mal schnell aufs Zimmer, Ausrüstung holen und ab zur Position am Taxiway. Essen wird sowieso überbewertet! Außer von unserem bayerischen Teil – dieser weigerte sich beharrlich die Cam noch mal auszupacken. Stattdessen ließ er uns an der Position raus und setzte sich in die Tapas-Bar um die Ecke um auf uns zu warten.

 

 

 

Tapas-Bar unweit der Taxiway-Fotoposition

Am letzten Tag war das Wetter am Vormittag dann doch recht wolkig und wir haben versucht uns auf das Wesentliche zu konzentrieren, den Capital A330 und den Estelar A340. Erster wollte bei der Landung einfach keine Sonne abbekommen, Letzterer hat alles hierfür gegeben und die sprichwörtlichen 3 Sekunden Sonne kamen im Richtigen Moment. Dafür hatte der Capital dann beim outbound an der Position in der Fracht dann doch noch Sonne. Glück gehabt.

 

 

 

Blick auf den Airport, in der Bildmitte unser spanischer Freund, darüber der Beginn der 32R

Zwischendurch stießen wir noch auf eine sehr sehr sehr redefreudigen spanischen Spotter der sehr sehr hilfreich war, unsere Belastungsgrenze aber nach 20 Minuten sprengte. Der Rest ist schnell erzählt, Mittagessen, Mietwagen abgeben und noch etwas die Positionen aus dem Terminal erkunden. Gut, die neue gebrauchte Kameraausrüstung musste natürlich nochmal dem Stresstest unterzogen werden und, man ahnt es bereits, der Boden war stärker. Sprich: das in China erzeugte japanische Qualitätsprodukt hat verloren. Das Objektiv taugt offensichtlich nichts für solche Touren.

 

Kurz vor dem Abflug, aufgenommen aus dem Terminal 2, auf Höhe Gate D66

Unter dem Strich war es eine durchweg erfolgreiche Tour und wir haben alles für die Völkerverständigung gegeben.

Ach ja: und zu dem am Freitag ausgefallenen richtigen Essen sind wir dann am Samstag Mittag doch noch gekommen....

 

Arnd, Gerhard und Thomas