10 Tage China - ein Spotterbericht von Philipp Schütz

 

Das erste Highlight unserer Reise war bereits das Fluggerät von München nach Peking: Mit dem LH A350 konnte ein neuer Flugzeugtyp als geflogen notiert werden. Man merkt, dass Lufthansa ein Premium-Carrier in Sachen Service ist und durch die moderne Technik im A350 verlief der Flug problemlos und angenehm.

 

Bei der Landung am 24.01 um die Mittagszeit in Peking begrüßte uns ein strahlendblauer Himmel. Nach der Gepäckübernehme fuhren wir mit einem Taxi zu unserem Airport-Hotel. Dieses hat uns ein Kontakt aus Shenzhen gebucht. Diesen hat Gerhard bereits im Vorfeld in Deutschland über Airliners.net angeschrieben, da uns bewusst war, dass wir einheimische Hilfe gebrauchen könnten. Man muss hierbei erwähnen, dass die Kommunikation mit Chinesen gleich null ist, da die englische Sprache hier ein Fremdwort ist. Daher war diese Hilfe sehr wichtig. Unser Kontakt hat für uns in Peking ein Hotel gebucht, von welchem man vormittags sehr gut aus dem Zimmer auf die 36L und den Taxiway davor aufnehmen kann.

 

Das einzige Problem hier ist, dass am frühen Morgen die Abstellpositionen mit B787 der Hainan belegt sind. Diese gehen zwar im Laufe des Morgens raus, aber dennoch kann es sein, dass die eine oder andere Position länger belegt bleibt. Dadurch kann zum einen der Blick gestört sein als auch durch laufendes APU Flimmern auf dem Taxiway und der Bahn vorhanden sein. Hitzeflimmern war kein größeres Problem, jedoch ist die Entfernung zur Bahn nicht zu unterschätzen. Volle 300mm mit Crop sind für Flugzeuge der Kategorie A320 notwendig. Sobald aber die vorderen Positionen frei sind, kann vor allem auf den Taxiway sehr schöne Vormittagsaufnahmen gemacht werden:

 

Das Hotel ist sehr einfach, aber nicht dreckig. Englisch spricht natürlich niemand und daher muss sich Konversation mit dem Personal auf Gesten beschränken. Unser Kontakt hat für uns zum Glück das richtige Zimmer im Vornherein gebucht (Zimmer 5??). Das Fenster kann aufgeschoben werden, aber es gibt nur Platz für zwei Personen, um nebeneinander fotografieren zu können. Die dritte Person ist in unserem Fall dann auf einen Stuhl oder aufs Bett gestiegen. Während unserem Aufenthalt war es sehr kalt, sodass nachts das Fenster zugefroren ist und sich nicht einfach öffnen ließ. Nur durch heißes Wasser, zubereitet mit einem Wasserkocher im Zimmer, konnte das Eis gelöst werden. Das Ganze war kein großes Problem, jedoch sollte man sich dessen bewusst sein, damit man hierfür morgens Zeit einplant, wenn es nachts frieren sollte.

Die Nachmittagsstelle ist einfach zu finden. Diese befindet sich auf der Zufahrt zum Terminal 3. Hier kann man am Straßenrand relativ ungestört stehen und ist ungefähr auf einer Höhe mit den anfliegenden Flugzeugen. Außerdem ist es möglich Line-up Aufnahmen auf die 01 zu machen. Hier sind aber bei A320 Größe 300mm Crop notwendig. Der Anflug hingegen ist deutlich näher.

 

Nachmittagsposition

 

 

Das Wetter insgesamt war durchwachsen. Während der Nachmittag nach der Landung und der darauffolgende Tag uns mit blauem (!) Himmel begrüßte, zog ab Mittag des 3. Tages viel Smog auf. Insgesamt konnte mal also zwei Tage von dreieinhalb Tagen Peking gut fotografieren. Die Smog-Zeit blieb aber natürlich nicht ungenutzt und so konnten wir mehrere Abstecher in die Stadt machen und u.a. die „Verbotene Stadt“ im Herzen Pekings besichtigen.

Nach dreieinhalb Tagen Peking ging dann die Reise weiter. Wir hatten im Vornherein nichts gebucht, außer die Flüge von/nach Deutschland. Somit war nur klar, dass wir am 02.02 in Guangzhou sein mussten, denn von da aus ging unser Rückflug. Nachdem ich bereits in Deutschland sehr schöne Bilder von Tianjin gesehen habe und diese Stadt nur ca. 150km entfernt von Peking liegt, kam die Idee auf, die Reise dorthin fortzusetzen. Da man in Peking zwar sehr viel Quantität hat, jedoch viele kleinere Airlines einem dort verwehrt bleiben, ist es ausdrücklich zu empfehlen, auch kleinere Airports zu besichtigen. Außerdem ist in Tianjin das chinesische Airbus-Werk, weshalb man auch deshalb Überraschungen dort erwischen kann. Wir nahmen somit den Bus direkt vom Flughafen Peking in die Stadt von Tianjin. Die Kosten hierfür sind ca. 80 Yen, was ca. 10€ entspricht. Die Dauer der Fahrt betrug ca. zweieinhalb Stunden und der Bus fährt stündlich. Da das letzte Licht sowieso bereits um 17 Uhr im Winter ist, konnten wir um diese Zeit den Bus nehmen. In Tianjin sind wir an einer dunkleren Ecke angekommen, welche man nicht unbedingt als Bus Terminal identifizieren kann. Gleich nach der Ankunft reißen sich die Taxifahrer um ihre begehrte Kundschaft, weshalb wir schnell weiter auf dem Weg zum Hotel waren. Unser Kontakt hatte uns noch in Peking per Internet eine Position durchgegeben, von der aus man ab mittags schön auf die 34L aufnehmen kann. Dementsprechend buchten wir das Guohang Hotel, ein Luxushotel im Vergleich zu dem Hotel in Peking, welches sich in Gehweite zu der Position befindet. Die Unterkunft heißt TianJin BinHai International Airport Hotel Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  für 444 RMB  pro Zimmer/Nacht). Dieses Hotel ist ca. 10 Minuten zu Fuß von der Fotostelle auf die Bahn  34L weg. Man geht in ein Industriegebiet Richtung des Hangars von „OK Air“ und fotografiert dort von einer  alten Flugzeugtreppe die dort seit Jahren abgestellt ist. Sie ist etwas schwer zu finden.  Die Lichtverhältnisse im Winter sind sehr gut zwischen 14 Uhr und 17 Uhr.

 

 

Nachmittagsposition

 

Nach drei weiteren Nächten in Tianjin sind wir aufgebrochen nach Sanya auf der Insel Hainan mit Capital Airlines A321. Dort hatten wir ein perfekt gelegenes Hotel im Anflug. Da auch hier kein Wort Englisch gesprochen wird, muss das Hotel von chinesisch sprechenden Leuten gebucht werden. Hierbei ist es wichtig zu beachten, dass die Zimmernummern 511/510 oder 508 sehr gut geeignet sind, da man hier ohne Probleme aus einem sich öffnen lassenden Fenster fotografieren kann. Dennoch ist es eigentlich noch besser auf die Dachterrasse zu gehen, da man sich frei bewegen kann und einen perfekten Blick in den Anflug und das Flughafengelände hat. Bei Großraumflugzeugen benötigt man locker unter 100mm (mit Crop) und bei kleinerem Gerät dementsprechend nicht viel mehr. Lichtverhältnisse sind über den kompletten Tag im Winter vorhanden, da die Start- und Landebahn über eine West-Ost-Richtung verfügt. Ab Nachmittag kann man von der Dachterrasse auch auf den Line-up sehr gut aufnehmen. Leider war das Wetter bei unserem Besuch bewölkt. Der Verkehr ist sehr interessant und abwechslungsreich, da zum einen keine Airline hier ihre Basis hat und zum anderen die Insel Hainan von den Chinesen sehr gerne zum Urlaub benutzt wird, ähnlich wie Mallorca von den Briten und Deutschen.

 

Dachterasse Hotel Sanya

 

Lage des Hotels (Hotelname auf Englisch übersetzt: Sanya Jun Lin Vacation Hotel)

Nach zwei Tagen ohne Aufnahme eines einzigen Flugzeuges mit Sonne ging es zu unsere letzte Station: Guangzhou. Dort wohnten wir im Pullman Airport Hotel, ausgezeichnet als bestes Airport Hotel in China. Es ist sehr luxeriös, nicht günstig, bequem zu Fuß zu erreichen vom Terminal, aber zum Spotten nicht unbedingt nötig. Als Alternative gibt es z.B. im Terminal Apartmentunterkünfte  wie  „Guangzhou Airport Voyage Service Apartments“, welche wesentlich günstiger sind. In Guangzhou haben wir drei Spotterpositionen kennengelernt. Zum einen standen wir sehr schön am Vormittag im Anflug auf die 02R. Hierher gelangt man am besten mit der Metro, indem man an der Station „Renhe“ aussteigt und dann mit den Buslinien 979, 842 oder 793 oder dem Taxi weiterfährt.

 

Anflug

 

Weiterhin gibt es eine Position, von der man die von der Bahn 02R rollenden Flugzeuge auf den Taxiway fotografiert. Hierfür muss man einfach mit den oben genannten Buslinien weiterfahren und dann jedoch ein längeres Stück laufen. Nach ca. 20min Fußweg geht man eine verlassenes Gebäude hinauf und hat einen schönen Überblick über den Flughafen Guangzhou. Die letzte Position ist auf der anderen Seite des Flughafens, um Bilder auf die 01 zu machen. Die Position kann man nicht erläutern, da der Weg sehr kompliziert ist.

 

Nachmittagsposition

 

Grundsätzlich gilt, dass man an diesem Flughafen auf örtliche Spotterhilfe angewiesen ist. Ansonsten sind die Positionen sehr schwierig zu finden.

 

Zusammenfassend ist eine Reise nach China zu empfehlen. Der Traffic ist abwechslungsreich und bunt bemalt. An viele Flughäfen, vor allem auch wegen der Sprache, sind aber örtliche Spotter als Hilfestellung unvermeidlich.