Diagoras Airport, einer von zwei Flughäfen auf der Sonneninsel, hatte letztes Jahr etwa 4,1 Millionen Passagiere zu Gast. Von April bis Oktober sind meistens Charter- und Billigflieger aus ganz Europa zu finden, die über die Frühlings- und Sommerzeit viele Urlauber auf die Insel bringen. Ab Mitte Oktober lässt der Verkehr bereits merklich nach. Ganzjährig anwesend sind Fluggesellschaften wie Aegean Airlines und Olympic Air, welche die Inseln und das Festland untereinander verbinden.


Rhodos-Maritsa Airport:

Der erste Flughafen auf Rhodos war der Flughafen Rhodos-Maritsa (IATA: RHO, ICAO: LGRD).

Er wurde wegen der ungünstigen Ausrichtung der zwei Start- und Landebahnen (08/26 mit 2930m Länge und 14/32 mit 1200m Länge), die sich am Ende von 26 überschneiden und durch das Erreichen der Kapazitätsgrenze, da er nur einen kleines Terminal hatte, 1977 geschlossen. Da die beiden Runways noch bestehen, werden sie heute für Auto- und Motorradrennen, Flugshows und durch den dort heimischen Fliegerverein genutzt.


Rhodos Diagoras Airport:

Am 28. Juni 1977 wurde der neue Flughafen Rhodos Diagoras (IATA: RHO, ICAO: LGRP) mit einer Start- und Landebahn (07/25 mit 3260m Länge) und einem Terminal eröffnet. Der Flughafen liegt nördlich des Rhodos-Maritsa und ist circa 16 km von Rhodos Stadt entfernt, im Norden der Insel im Ort Paradisi, direkt am Meer.

Der Großteil des Flugverkehrs findet während der Frühling- und Sommerzeit statt, vor allem mit Urlaubern aus Europa. Als Diagoras 2005 an seine Kapazitätsgrenzen mit annähernd 2 Millionen Paxen stieß, wurde ein neues Terminal gebaut, das im Mai 2007 eröffnet wurde und die Kapazitäten deutlich erweiterte. 2011 waren etwa 4.1 Millionen Passagiere am Flughafen Rhodos, 14,8% mehr als im Jahr 2010. Am Flughafen Diagoras herrscht kein Nachtflugverbot, nur eine kurze Nachtruhe, die etwas über 2 Stunden andauert.


Das Spotten auf Rhodos:

Die beste Fotoposition liegt am Ende des Taxiways (bei Holdingpoint zu 25)/Anfang der Landebahn 25 hinter einer Wäscherei, die einem den Tag über Schatten spendet, so dass man nie in der Sonne sein muss, was vor allem über den Mittag sehr sinnvoll ist, wenn die griechische Sonne vom Himmel brennt.

Um zu der Wäscherei zu kommen, muss man entweder mit dem Bus zum Terminal fahren (fast jeder Bus auf der Insel fährt zum Flughafen) und dann noch 10-15 Minuten, kommt drauf an wie schnell man ist, zu Fuß an der Straße und am Zaun gehen, oder man fährt mit einem eigenen Fahrzeug direkt (auf der Straße in Richtung Rhodos – und biegt an der Abzweigung nach ca. 400m Richtung Kremasti nach links und gleich wieder nach links ab) dort hin. Auf dem Weg, wenn man zu Fuß ist, kommt man dann auch noch an einem Kiosk, der auf der gegenüber liegenden Straßenseite ist vorbei. Dort kann man sich noch mit Getränken eindecken kann, was in der Hitze sehr wichtig ist. Da es im Jahr selten und wenn dann nur kurzzeitig vorkommt, dass die Landebahn 07 offen ist, bleibt einem nur die Piste 25 zum spotten. Wenn es dennoch passiert, so fährt man vom Flughafen aus nach rechts durch den den Ort Paradisi. Mit dem Auto ca. 10 min., zu Fuß geschätzt 20–30 Minuten bis zum Ortsende. Unmittelbar nach einem Hinweisschild zur „Bar Airport-View“ geht es nach rechts und man sieht dann am Zaun linker Hand die Bar.

 


So sehen dann die Anflugaufnahmen mit der Bar,

 

sowie die für uns normalen Aufnahmen

aus.

 

Leider behindert ein gespanntes Stromkabel die Aufnahmen zur Runway. Wenn die Maschine zu schräg und weiter nach vorne rollt, so ist nur eine Aufnahme von schräg hinten zu machen

(unten rechts sieht man im Bild das Kabel).

 

Beim Aufdrehen vom Taxiway zur Bahn, sollte es bis zur Größe von 321/max 757 möglich sein, Aufnahmen ohne das ansonsten störende Kabel zu machen.

 

Auch ohne etwas zu Konsumieren wird man nicht am fotografieren gehindert. Die Besitzerin freut sich jedoch über ein zusätzliches Geschäft und gegen ein kaltes Getränk bzw. eine Gyros- bzw. Salatplatte hat doch eigentlich niemand was einzuwenden.


Da die Bahn eigentlich ziemlich optimal fürs Frühspotten ausgerichtet ist, kann man schon ab Sonnenaufgang fotografieren, wenn man das schöne mediterrane Morgenlicht auf den Flugzeugen haben möchte. Allerdings ist dies nur drauf, wenn die Flieger vom Taxiway auf den Holdingpoint laufen. Den kompletten Vormittag, also von ca. 9-12 Uhr, steht die Sonne gut, um alle Flieger die rein- und rausgehen, zu fotografieren.


Ab 13 Uhr etwa kippt bis ca. Mitte September das Licht aber, und für die ankommenden Flieger auf Runway 25 ist „Noselight“, also das Licht scheint etwas von vorn auf das Flugzeug, und für die auf dem Taxiway ist „Taillight“, also das Licht scheint von hinten auf das Flugzeug (WENN mal 07 offen sein sollte, ist das natürlich genau andersherum!). Das Licht hält dann so bis etwa 15 Uhr, dann steht es ganz auf dem Taxi- und der Runway. Aber ab ca. 16 Uhr gibt es dann wieder die Möglichkeit Fotos zu machen, nämlich von der anderen Seite des Flughafens, was aber mit einem Fußweg von etwa 20 Minuten verbunden ist (oder man hat ein Fahrzeug!). Ab Mitte/Ende September kommt jedoch das Licht nicht mehr auf die andere Seite, so dass der Abendanflug für gute Aufnahmen nicht mehr geeignet ist. Man kann jedoch zu diesem Zeitpunkt Aufnahmen machen, wenn die Flugzeuge auf die Bahn drehen

 

Dazu geht man von der Wäscherei wieder ca. 100m in Richtung Fughafen bis man zu einem Betonklotz kommt, der ausschaut wie ein Hinweisschild. Dort könnte man auf der rechten Seite das Objektiv samt Kopf bequem durchstecken. Möglich für max. 2 Personen.


Aber es lohnt sich dann noch, die späteren Arrivals zu machen, weil gegen Abend das Flugaufgebot wieder etwas, gegenüber dem Vornachmittag steigt. Von der Position kann man dann bis Sonnenuntergang fotografieren, wenn man noch das rötliche Abendlicht auf den Inbounds möchte.


Die Outbounds auf 25 sind quasi unmöglich zu machen, weil erstens die Bahn so aufgeheizt ist, dass auf dem Bild alles flimmert und zweitens eine Leiter benötigt wird (die im Urlaub nur selten jemand dabei hat…).

Da das ganze Aufgebot an Urlaubsfliegern über die ganze Woche verteilt ist (außer am Montag und am Freitag, da ist eher weniger Ausbeute möglich!), empfiehlt es sich, mehrere Tage am Flughafen einzuplanen, wenn man mit sehr guter Beute wieder abreisen will, da das Flugaufkommen von Woche zu Woche anders ist, weil hauptsächlich nur Charterverkehr ist.


Zeit sollte eingeplant werden, da vor allem in der Mittagszeit von etwa 13-15 Uhr eher weniger geboten ist, weil die größeren Fluggeräte  (A330, B747, B767, B777, etc.) viel Platz auf dem eher kleinen Vorfeld wegnehmen. Damit haben nur noch wenige Flugzeuge Platz und es ist daher eher weniger los, bis die ganzen Heavy´s wieder rausgehen.


Vor allem am Sonntag kommt es auch schon einmal vor, wenn die ganzen skandinavischen Maschinen reinkommen (an die neun A320, A321 und A330 von Thomas Cook Scandinavia, plus NovAir, etc.),

dass das Vorfeld so voll ist, dass ankommende Maschinen auf den Taxiways und Abrollwegen stehen bleiben müssen, bis wieder ein Platz frei geworden ist.


Umso größer ist dann natürlich die Freude an dem großen Haufen von Outbounds, die fast alle gleichzeitig rausgehen, wodurch eine halbe Stunde „Dauerdeparture“ am Diagoras herrscht. Bei klarer Sicht hat man beim Fotografieren sogar eine hohe Gebirgslandschaft der Türkei im Hintergrund, was ein gutes Panorama für Arrivals ergibt. Da die Wäscherei auf einer kleinen Betonplattform steht, ist der Zaun an dieser Stelle sehr niedrig, wodurch eine Leiter überflüssig ist, weil man aus dem Stand Fotos machen kann

 

Und auf der Nachmittags-/Abendseite des Flughafens braucht man auch keine Leiter, wenn man nur die Inbounds macht.


Flugzeuge, die nicht aus Finnland, Russland oder einem Teil des griechischen Inlands ankommen, kann man im Anflug über dem Meer sehen, bevor sie in den Endflug drehen.


Das Spotten stört niemanden auf der Insel. Im Laufe der Jahre hat sich die Situation gegenüber den Spottern sehr gebessert. Vor ein paar Jahren wurde man noch von der Flughafenpolizei aufgefordert, das Fotografieren sein zu lassen und zu gehen. 2004 bei der Olympiade in Athen war der Höhepunkt der „Spotterfeindlichkeit“. Diese hat sich aber komplett aufgelöst und man wird sogar von Beamten höflich angesprochen, um mal kurzen Smalltalk zu halten. Ab und zu kontrollieren die Beamten trotzdem, jedoch nur bei israelischen Maschinen im Anflug oder Abflug. In der Praxis stellen sich die Beamten kurz neben die Fotografen und blicken ihnen über die Schulter. Dies ist nicht weltbewegend, da die Beamten stets freundlich sind. Abschließend lässt sich sagen, dass die Insel Rhodos immer für eine Spottertour gut ist, da das Flugaufkommen von Jahr zu Jahr interessanter und größer wird. Ich sage das aus eigener Erfahrung, da das nicht mein erster Trip auf Rhodos war. Da sehr viel

Charterverkehr herrscht, kann man immer mit schönen und bunten Flugzeug"gästen" rechnen.

 

Zum Abschluss noch einige Flugzeuge, die wir bei unserer Reise abgelichtet haben:


 

Bild und Text: Albert Kuhbandner, Thomas und Nico Vatany