Am Wochenende vom 27.-28.07.2013 war es wieder soweit: Das alljährliche Fly-In am ältesten Flugplatz Deutschlands stand an. Ab 9 Uhr waren etwa 35 historische Flugzeuge in EDNX geplant, die dann auf der Freifläche des Museums geparkt wurden, wo sie für alle Besucher zu bestaunen waren.

 

Nach und nach landeten die alten Flugzeuge auf dem Platz. Problem dieses Jahr war nur, dass der Wind permanent drehte. Dies führte dazu, dass uns einige Flieger durch die Lappen gingen.

Allerdings blieben die Meisten der äußerste imposanten Fliegern nicht sehr lange, was wohl an der großen Hitze an diesem Wochenende und den damit verbundenen Hitzegewittern in Teilen Deutschlands lag. Schon Sonntag Nachmittag, gegen halb drei, war das Flugfeld so gut wie leer. Lediglich 9 Flieger standen noch da, von denen die meisten aber auch zeitig abflogen.


Außerdem stand natürlich die in EDNX heimische Antonov 2 (D-FWJM), der größte Doppeldecker der Welt, zu halbstündigen Rundflügen bereit.


Geschichte des Flugplatzes:


1 April 1912: Im Königreich Bayern verfügte der damalige Prinzregent Luitpolt über eine Fliegerkompanie, die er in Oberschleißheim stationierte. Mit der Stationierung dieser Kompanie beginnt die 100 jährigen Geschichte des Flugplatzes Schleißheim. EDNX ist einer der ältesten noch aktiven Flugplätze der Welt.

 

Vom 1.April 1912 bis 1920 diente der Platz der königlichen Fliegertruppe, der in den darauffolgenden Jahren die Heimat der Deutschen Verkehrsschule (DVS) wurde.EDNX wurde 1933 von der Luftwaffe der Nationalsozialisten übernommen und zum Fliegerhorst der Luftwaffe ausgebaut. 1938 wurde die Fliegertechnische Schule Schleißheim auf dem Platz gegründet. 5 Jahre danach, also 1943, wurde eine verbunkerte Leitstelle für die Tag- und Nachtjagd (Deckname Minotaurus) errichtet, die für den süddeutschen Raum zuständig war und 1971 gesprengt wurde. Dieses schwarze Kapitel des Flugplatzes, also die Nutzung der Nationalsozialisten, ging bis 1945, bis der Platz und die Schule als DP-Lager (DP=Displaced Person), also als Lager der alliierten Streitkräfte, die als Zivilperson kriegsbedingt nicht in ihr Heimatland zurückkehrten konnten, und als Stützpunkt der U.S. Army, später dann von den Heeresfliegern, genutzt wurden. 1981 endete die militärische Nutzung des Flugplatzes.


Von der Gründung bis 1973 war die Flugwerft unter dem Namen „Fliegerhorst Schleißheim“ oder „Schleißheim Airfield“ bekannt. Am 18. September 1992 wurde eine Außenstelle des Deutschen Museums im nördlichen Teil des Geländes eröffnet. Heute wird der Flugplatz von sechs Fliegervereinen und der Bundespolizei genutzt.

 

Hier eine Übersicht unserer Bilder:

 

Vorfeldaufnahme Samstag Mittag. Sowohl historische als auch neuzeitliche Flieger sind gekommen.

 

Die B&F Technik FK-12 Comet war einer der ersten, die an diesem Wochenende in EDNX eintrafen

 

Eine Cessna 120 mit ansprechender Chromlackierung

 

Diese De Havilland DH-82A Tiger Moth II musste bis ans Ende der Runway laufen, da direkt hinter ihr eine weitere Maschine landete und somit das direkte abrollen in Richtung Museum verhinderte


Piper PA-12 Super Cruiser, Baujahr 1946


Beech D 17 S Staggerwing, Baujahr 1943


Bölkow Bo 208 C Junior, Baujahr 1967


Die Cessna 195 Businessliner war die letzte Cessna der Nachkriegszeit, die mit einem Sternmotor angetrieben wird

 

Der größte Doppeldecker der Welt. Die spektakuläre Antonov 2, Baujahr 1975, wird von einem 1000PS starken Shetsov-Sternmotor mit 9 Zylindern angetrieben.

 

Bücker Bü-131 Jungmann

 

Klemm Kl-35D, Baujahr 1940

 

Bückner und Klemm, die direkt hintereinander gelandet sind

 

Piper L-18C Super Cup, Baujahr 1954

 

Navion Rangemaster H, Baujahr 1970

 

Klemm 107B, Baujahr 1959


Zwei Boeing Stearman PT-17 Kaydet, Baujahr 1941, einer der meist gebautesten Doppeldecker. Sie wurden von der US Army als Schulungsflugzeug benutzt. Laut Boeing wurden insgesamt 8584.

 

CASA Bückner Bü-131 Jungmann war das erste Hergestellte Flugzeug von Bückner, einer deutschen Firma. Sie diente im 2. Weltkrieg als Militär-Schulungsflugzeug und ist deswegen einer der weit verbreitesten Oltimer. Diese hier wurde 1954 gebaut.

 

Diese Yak 50 rauchte ordentlich beim Anlassen…

 

Cockpitaufnahme der De Havilland DH-82A Tiger Moth II

 

Diese Bo-105C vom Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum, D-HDDP, wirbelte beim Start viel Dreck auf.


Klemm 35D, Baujahr 1941. Wurde für die schwedische Luftwaffe gebaut

 

Text: Nico Vatany, Bilder: Nico und Thomas Vatany